Umweltmonitoring neu gedacht:
SeaMe schafft Grundlage für ganzheitliche Erfassung der Meeresumwelt in Offshore-Windparks

RWE Offshore Wind GmbH

  • Fünf modernste Monitoringtechnologien vor Helgoland und im Offshore-Windpark Kaskasi von RWE erfolgreich getestet; Auswirkungen auf Meeresumwelt minimiert
  • Ergebnisse zeigen, wie die Integration biologischer und physikalischer Umweltdaten die Entwicklung eines ökosystembasierten Umweltmonitorings unterstützen kann
  • Neues Datenportal macht Projektdaten und -ergebnisse öffentlich zugänglich und schafft Grundlage für weiterführende Analysen, technische Weiterentwicklung und praktische Anwendung

Essen, 28. Oktober 2026

Das Projekt SeaMe (Sustainable Ecosystem Approach in Monitoring the marine Environment) hat die erste Testphase auf See erfolgreich abgeschlossen. In den letzten zwei Jahren wurden vor der Insel Helgoland und im RWE-Offshore-Windpark Kaskasi innovative Monitoringtechnologien wie Drohnen, KI-gestützte Kamerasysteme und ein autonomes Unterwasserfahrzeug unter realen Bedingungen erprobt.

So konnten unterschiedliche biologische und physikalische Umweltdaten gleichzeitig erhoben und systematisch miteinander verknüpft werden. Sie bilden die Grundlage, um Zusammenhänge im marinen Ökosystem noch besser zu verstehen.

Die Ergebnisse zeigen: Moderne, nicht invasive und emissionsarme Verfahren können das Monitoring auf See effizienter, umweltschonender und aussagekräftiger machen. Regelmäßigere Beobachtungen und eine umfassendere Erfassung der Meeresumwelt ermöglichen es, Entwicklungen zuverlässiger nachzuverfolgen und gleichzeitig die Eingriffe in das Ökosystem zu reduzieren.

Die ersten im Projekt erhobenen Daten sind nun über ein neues Online-Portal für Wissenschaft, Behörden, Industrie und die interessierte Öffentlichkeit zugänglich. Im kommenden Jahr sollen fortlaufend neue Daten erhoben und im Portal veröffentlicht werden.

Tobias Keitel, CEO RWE Offshore Wind: „Als eines der weltweit führenden Unternehmen im Bereich Offshore-Wind wollen wir Windparks im Einklang mit der Natur bauen und betreiben. SeaMe zeigt, dass innovative Technologien dazu beitragen können, die Wechselwirkungen zwischen Offshore-Windenergie und marinen Ökosystemen noch besser zu verstehen. Durch die Veröffentlichung der erhobenen Daten schaffen wir eine wichtige Grundlage für die technologische Weiterentwicklung und praktische Anwendung, um das Umweltmonitoring sowie den Bau und Betrieb von Offshore-Windparks künftig noch effizienter und schonender zu gestalten.“

Neue Technologien für ein schonenderes Umweltmonitoring erfolgreich erprobt

Ein zentraler Bestandteil von SeaMe war die Entwicklung und Erprobung neuer Technologien für ein effizienteres, nachhaltigeres Monitoring der Umwelt. Dafür arbeitete RWE eng mit Partnern aus Industrie, angewandter Forschung und Hochschulen zusammen. Alle fünf eingesetzten Technologien wurden erfolgreich unter Offshore-Bedingungen eingesetzt und lieferten Daten, die in die Gestaltung künftiger Monitoringprogramme einfließen können.

  • BioConsult SH setzte Langstreckendrohnen zur Erfassung von Vögeln und Meeressäugern ein. Durch die Drohnen konnte der Kraftstoffverbrauch gegenüber herkömmlichen Erfassungen mit Flugzeugen um bis zu 90 Prozent reduziert werden.
  • Spoor installierte KI-basierte hochauflösende Kamerasysteme, um das Verhalten von Vögeln rund um die Windkraftanlagen Tag und Nacht zu überwachen. Die automatische Erkennung und Beobachtung, kombiniert mit der von Experten überprüften Artenbestimmung, liefert Einblicke in die Flugmuster der Vögel sowie in ihr standort- und artspezifisches Verhalten.
  • Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) modifizierte sein selbst entwickeltes autonomes Unterwasserfahrzeug, damit es biologische und physikalische Umweltdaten gleichzeitig erfassen kann. Die Tests zeigen, dass sich unterschiedliche Umweltdaten automatisiert und zeitgleich mit einem autonomen System erfassen lassen und schaffen damit die Grundlage für ein effizienteres, ökosystembasiertes Monitoring.
  • Das Helmholtz-Institut für Funktionelle Marine Biodiversität an der Universität Oldenburg (HIFMB) und das Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) analysierten Umwelt-DNA-Proben und lieferten neue Erkenntnisse über die biologische Vielfalt im Untersuchungsgebiet. Dabei konnten 226 Arten beziehungsweise 255 biologische Gruppen aus 17 Tierstämmen nachgewiesen werden.
  • DHI entwickelte das SeaMe-Datenportal und einen ökosystembasierten Analyserahmen, der die unterschiedlichen biologischen und physikalischen Datensätze miteinander verknüpft. Dieser bildet ökologische Zusammenhänge ab und zeigt auf, was sich anhand der Beobachtungen erklären lässt. Damit schafft er die Grundlage für künftige integrierte Ökosystemanalysen, Modellierungen und Empfehlungen für künftige Monitoring-programme.

Ganzheitlicher Blick auf das marine Ökosystem

Der besondere Mehrwert von SeaMe liegt jedoch nicht allein in den einzelnen Technologien. Entscheidend ist die Zusammenführung der unterschiedlichen Datenquellen. Während einzelne Verfahren bestimmte Arten oder Umweltparameter besonders detailliert erfassen, ermöglicht ihre Kombination einen umfassenderen Blick auf ökologische Zusammenhänge. So lassen sich Veränderungen im Vorkommen von Arten im Zusammenhang mit physikalischen Umweltbedingungen betrachten und Zusammenhänge identifizieren, die eine weitere Analyse rechtfertigen.

Die umfangreichen Datensätze werden kontinuierlich weiter ausgewertet und sollen in wissenschaftliche Veröffentlichungen einfließen. Darüber hinaus werden mehrere der im SeaMe-Projekt getesteten Technologien bereits weiter verfeinert und sollen im kommenden Jahr im Offshore-Windpark Kaskasi erneut zum Einsatz kommen. Von März bis September 2027 sollen fortlaufend weitere Daten erhoben und dem SeaMe-Datenportal hinzugefügt werden.

Betriebsteam des Windparks Kaskasi unterstützt Umweltmonitoring

Der Offshore-Windpark Kaskasi liegt rund 35 Kilometer nördlich der Insel Helgoland. Mit einer installierten Gesamtleistung von 342 Megawatt ist der Windpark in der Lage, rechnerisch etwa 400.000 Haushalte mit Ökostrom zu versorgen. Von Helgoland aus überwacht, betreibt und wartet ein RWE-eigenes Team den Windpark und unterstützt auch das SeaMe-Projekt.

Weiterführende Informationen zum SeaMe-Projekt finden Sie hier.

Bilder von SeaMe für Medienzwecke sind verfügbar in der RWE-Mediathek.

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